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SPORT / Mittwoch, 14. Juli 2010
«Am liebsten vom Rad gestiegen»
Rad Simon Zahner hat auch an der Österreich-Rundfahrt viel dazugelernt
Der Bubiker Simon Zahner trat zuletzt in Österreich in die Pedalen. Am Berg musste der BMC-Profi ziemlich leiden.
Peter Hasler
 
Simon Zahner musste an der Österreich-Rundfahrt hart arbeiten ? ein 10. Rang war die beste Ausbeute. (eq)
 

Zur Entspannung gings am Montagnachmittag mit den Kids ins Strandbad Lattenberg in Stäfa. Radprofi Simon Zahner konnte endlich die Beine hochlagern. «Aber nicht lange», bedauert der Bubiker Familienvater, «schon morgen hocke ich wieder auf dem Rennrad.» Trainieren und Kilometer bolzen über die Strassen der Region muss der 27-Jährige, denn bereits gegen Ende der kommenden Woche wird er wieder eine Mehretappenprüfung bestreiten. Diesmal in Belgien, in Wallonien genauer gesagt. Fünf Etappen stehen auf dem Programm. «Die Rennen in Belgien liegen mir. Ich will mich zeigen», sagt der BMC-Fahrer.

Zeigen konnte sich Simon Zahner auch in der letzten Woche. Der 42. Schlussrang an der Österreich-Rundfahrt nach acht Etappen tönt bescheiden, ist aber eigentlich nur Nebensache. Der einstige Querspezialist konnte auf der Strasse weiter Erfahrungen sammeln, und schliesslich resultierte mit einem 10. Rang in der sechsten Etappe sogar eine Ehrenmeldung. Für Zahner war auch Rang 24 im Zeitfahren ein gutes Resultat («Der Rückstand auf Rang drei war nicht so gross»), doch der 10. Platz auf der längsten Etappe der Rundfahrt über 231 Kilometer stellte ihn noch mehr auf.

Das Team arbeitete zusammen

«Wir waren an diesem Tag wirklich gut organisiert, und alle im Team halfen mit, das Feld zusammenzuhalten», beschreibt der Bubiker die sechste Etappe. Erst in der allerletzten Kurve habe er den Anschluss nach ganz vorne verloren. «Ein Rabobank-Fahrer ist ausgeschert, und ein Loch hat sich aufgetan», bedauert der Schweizer. Dennoch ist er zufrieden: «Alles in allem habe ich gesehen, dass ich ganz ordentlich spurten kann.» Seine Endschnelligkeit komme am besten zum Tragen, wenn es auf den letzten Metern leicht bergauf geht, «denn», so der Profi, «auf einer richtigen Autobahn kann ich mit den Spezialisten nicht mithalten.»

Das BMC Racing Team habe bis zur letzten Etappe hart gearbeitet, gibt Simon Zahner zu verstehen. Doch für einen Etappensieg sollte es in Österreich nicht reichen. «Wir wollten in der Schlussetappe unser Teammitglied Chris Barton am Ende der 122 Kilometer langen Etappe in eine gute Position für den Sprint bringen. Wir haben alles versucht, waren aber leider nicht erfolgreich», beschreibt Zahner den letzten Arbeitstag der Equipe in Österreich und ergänzt: «Es war eine harte Rundfahrt mit Top-Fahrern und deshalb eine gute Vorbereitung für die nächsten Rennen.» Der Italiener Riccardo Ricco holte sich den Gesamtsieg; bester BMC-Fahrer war Florian Stalder auf Rang 23.

«Brutal hart wars bergauf»

Besonders beeindruckt haben Simon Zahner die Bergetappen im Nachbarland. «Rauf aufs Kitzbüheler Horn war schon ganz brutal hart», gesteht er ein und ergänzt: «Da wäre ich am liebsten vom Rad gestiegen und zu Fuss hochgelaufen.» Doch leider könne man in den Rennschuhen ja nicht richtig laufen, schmunzelt er. Auch die Etappe über den Grossglockner habe ihm seine Grenzen aufgezeigt - «das ist (noch) zu steil für mich. Ich kam mir vor wie der Esel am Berg.» Neben den harten Bergetappen war auch in Österreich die grosse Hitze ein Thema. Er habe es gut ertragen, sagt Zahner, man müsse einfach sehr viel trinken. «Zehn, zwölf Bidons sind es schon», erklärt er.

Der 27-jährige Bubiker will in seinen nächsten Renneinsätzen in Wallonien und im August an der Utah-Rundfahrt in den Vereinigten Staaten weiter Erfahrungen sammeln und den einen oder anderen Platz vorne anstreben. «Wenn ich einen guten Tag und die richtige Fluchtgruppe erwische, traue ich mir das sicher zu.»

 
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