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SPORT / Mittwoch, 07. Juli 2010
Können sich nur selbst schlagen
Wasserball Horgnerinnen zum vierten Mal Meisterinnen - Ende der Erfolge nicht absehbar
Das vierte Mal in Serie haben die Horgner Wasserballerinnen den Meistertitel gewonnen. Und die Basis für weitere Erfolge ist gelegt.
Stefan Kleiser
 
Mit diesem Backhandschuss erzielt die Horgnerin Caro Item (vorn) ein schönes Tor im Playoff-Final. Ägeris Carole Flückiger kommt zu spät. (André Springer)
 

Die Bilanz ist aussergewöhnlich. 64 Spiele haben die Horgner Wasserballerinnen in drei Saisons unter Dragan Umicevic bestritten. 60 Mal, hat der Trainer errechnet, ging der Sieg an sein Team. 2007, noch unter Vorgänger Arthur Rösler, glückte erstmals der Gewinn der Meisterschaft. Unter Umicevic blieben die Horgnerinnen drei weitere Male das beste Team. 2010 verloren sie nur ein Mal: in Genf, als vier Stammspielerinnen fehlten.

Der Erfolg ist nicht selbstverständlich. Auf diese Saison hin wurde im Schwimmclub die zweite Equipe aufgelöst. Dort hatte der von Vedran Galjias betreute Nachwuchs die Möglichkeit, ohne den Druck hoher Erwartungen Spielpraxis zu erwerben. «Das war eine super Sache», sagt Umicevic. Nun sah er sich mit der Doppelaufgabe konfrontiert, auch die jungen Spielerinnen ins Becken zu schicken und doch erfolgreich zu bleiben.

Schon 2009 hatte Umicevic mit der Verjüngung des Teams begonnen und die damals 16-jährigen Vesselina Velikova und Pilar Schmied integriert. «Ich dachte, dass es nun viel mehr Konkurrenz gibt und ich weniger zum Einsatz komme», sagt Velikova. «Doch das war gar nicht so.» Auch in der Finalserie gegen Ägeri war für sie Platz am Centerback. «Letztes Jahr hatte ich zwar auch eine Kappe, aber ich habe nicht gespielt.»

Junge Spielerinnen schon wichtig

2010 spielten mit Andrea und Barbara Moor sowie Torhüterin Nora Vetterli drei Wasserballerinnen, die erst 15 bzw. 16 Jahre alt sind, ebenfalls mindestens ein halbes Dutzend Mal mit. «Sie sind grosse Talente», lobt der Trainer, «Horgen muss nicht zittern wegen der Zukunft.» Bereits leisten die Jungen ihren Beitrag. Noch sei sie nicht in einer Leaderrolle, erklärt Velikova. «Aber wir sind alle schon wichtig. Und wir sind eine Entlastung für die älteren Spielerinnen.»

«Im Moment fehlt ihnen noch die Erfahrung, damit sie uns ältere Spielerinnen ganz ersetzen könnten», sagt Nadia Knobel, mit 31 Jahren eine der Routinierten im Team und Topskorerin im alten und neuen Meister: «Sie sind noch ein wenig zurückhaltend.» Aber in schwierigen Situationen überlasse man als junge Spielerin die Verantwortung eben gerne den Älteren. Drei bis vier Juniorinnen hätten schon 2011 einen Stammplatz, ist Knobel überzeugt.

Noch besser in der Defensive

Im Playoff-Finale machte das Spiel in Unterzahl die Differenz aus. Nur eine Strafe gegen Horgen nützte Ägeri am Dienstag zu einem Tor - und nur zwei bei ebenfalls acht Ausschlüssen gegen Horgen am Freitag. «Wir haben das Spiel in der Verteidigung stark verbessert», findet Umicevic. In den ersten zwei Jahren als Trainer legte der frühere Torwart das Augenmerk auf den Angriff. «Wegen des Selbstvertrauens ist es ganz wichtig, wenn du ein Tor mehr schiessen kannst als der Gegner», sagt er.

Nun hat sein Team in vier Playoff-Partien nur 13 Gegentreffer zugelassen. Das sei ein hervorragender Wert, urteilt Umicevic. Dabei sei im Defensivspiel gar nichts anders, «ausser dass die Spielerinnen viel konzentrierter sind und mehr leisten». Weil dies der Trainer fordere, wie Umicevic augenzwinkernd anfügt. So wird es für die Horgnerinnen immer schwieriger, zu verlieren. Nachdem im WSV Basel, dem grossen Konkurrenten der letzten Jahre, kleinere Brötchen gebacken werden, fehlt in der Liga ein Gegner, der die Horgnerinnen fordern könnte.

«Niemand kann sie schlagen, ausser sie selbst», sagt der Trainer über seine Wasserballerinnen. «So leicht war es noch nie, Meister zu werden», findet Nadia Knobel: «Wir hatten nie Angst, nicht zu gewinnen. Aber das hat nie jemand so gesagt - denn man will ja nicht überheblich sein.» «Wir waren von Anfang an der Favorit», urteilt Vesselina Velikova. Und das viele Gewinnen sei auch nicht langweilig: «Ein Sieg ist immer etwas Schönes.»

 
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Donna B


 
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