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SPORT / Freitag, 02. Juli 2010
Keine Frauen mehr im SC Sihltal
Squash Nach dem Rückzug aus der NLA fehlen auch die Spielerinnen für eine 1.-Liga-Equipe
«Wir wollen irgendwann wieder ein Frauenteam in der Nationalliga A stellen», sagt der Spielleiter des Squashclubs Sihltal. Nächste Saison reichts nicht einmal für eine 1.-Liga-Equipe.
Stefan Kleiser
 
Julia Schmalz verlässt den SC Sihltal nach fünf sehr erfolgreichen Saisons Richtung Uster. (Stefan Kleiser)
 

Nathalie Plain verliess den SC Sihltal im Dezember. Unfreiwillig. Es war der Anfang vom Ende des Meisterteams von 2009. Sina Wall, Jasmin Ballmann und Julia Schmalz stellten zwar vor drei Monaten noch einmal das beste Team des Landes - auch ohne die in den Schweizer Top Ten klassierte Klubkollegin. Danach gab aber Ballmann, Nummer zwei des Schweizer Rankings, ebenfalls ihren Abgang bekannt. Sie spielt künftig wieder mit Plain. Aber nicht mehr in Langnau, sondern für die Equipe UBS in Schlieren.

«Die Spielerinnen, die wir angefragt haben, verlangten zu viel Geld.» So erklärt Julia Schmalz, warum es nicht gelungen ist, die Equipe aus Langnau mit auswärtigen Spielerinnen zu ergänzen. Auch Wall, die deutsche Nummer eins, forderte höhere Bezüge, nachdem sie laut Schmalz «für wenig Geld spielte». Also schloss sich auch Schmalz selbst einem anderen Team an. Die 24-jährige Nationalspielerin mit Lizenz für die Profi-Tour wird künftig für Uster antreten: «Ich kann dort auf Position eins spielen. Das ist eine grosse Herausforderung.» Ab Oktober wird Julia Schmalz zudem in Landquart Physiotherapie studieren, ihre neue Trainingsbasis wird Vaduz.

Auch kein 1.-Liga-Team

Damit bleibt in Langnau nichts zurück. Auch in der 1. Liga wird der SC Sihltal nächste Saison kein Frauenteam stellen. «Wir sind am Schauen, ob genügend interessierte Spielerinnen da sind», meinte Philipp Schaller letzte Woche. Mindestens sieben Frauen wollte der Spielleiter im Kader haben. Doch so viele Willige waren nicht aufzutreiben. Das ist keine Überraschung: Neben den vier Spielerinnen, die im Oktober 2009 in die NLA-Meisterschaft starteten, hatten in Langnau zuletzt nur die Juniorinnen Janine Meier und Alina Habegger eine Lizenz gelöst.

«Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich wieder ein Frauenteam in der Nationalliga A zu haben», sagt Schaller, «aber das wird sicher einige Jahre dauern.» Zwar gehören Janine Meier und Alina Habegger zum erweiterten Nationalkader. Doch Meier ist erst 15-jährig. In der NLA auf Position zwei zu spielen, sei für sie nicht sinnvoll, urteilt Julia Schmalz. Alina Habegger ist sogar erst elf Jahre alt. «Sie ist noch nicht so weit, ein Einsatz bei den Frauen wäre nur frustrierend für sie», meint Schaller.

Ohne Zuzüge geht es nicht

Würden Janine Meier und Alina Habegger dereinst in die nationale Spitze vorstossen, müsste der Verein die Equipe mit Spielerinnen aus anderen Klubs komplettieren. Doch das war schon bisher so. Nach dem Aufstieg in die NLA am grünen Tisch 1999 wurde mit Anita Müller die damalige Nummer vier der Schweiz für Position eins hinzugezogen. Als die Equipe 2006 mit Rang drei erstmals eine Medaille gewann, standen Julia Schmalz (zuvor Kriens) und Jasmin Ballmann (zuvor SRC Winterthur) neu im Team. Bei der ersten Playoff-Final-Qualifikation hiess die Nummer eins Gabi Hegi (Zuzug von Biel), beim ersten Titelgewinn 2009 Sina Wall.

Von der nun auseinanderfallenden Nationalliga-A-Equipe war einzig Nathalie Plain eine Langnauerin, die im Langnauer Verein mit Squash begonnen hatte. Der SC Sihltal ist mit dem Mangel an Spielerinnen keine Ausnahme, sondern die Regel. Überall ist die Zahl der Frauen knapp. Sogar im Nachwuchs. So setzt sich ein Team für die Juniorenmeisterschaft aus drei Knaben sowie einem Mädchen zusammen. «Weil Meitli Mangelware sind», wie Schaller erklärt.

 
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van Oordt


 
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