Die Saison nach dem Abstieg ist kein Spaziergang. Das gilt auch für den FC Stäfa - der Frohberg-Klub muss ein Jahr nach dem Abstieg aus der 2. Liga inter noch eine Etage weiter nach unten. Für die Schwarz-Weissen ging es in der Hinrunde resultatemässig auf und ab. Allzu viel abwärts - man überwinterte auf dem zweitletzten Platz.
Im April hatte sich diese Tabellenlage noch nicht geändert. «Ohne Laufbereitschaft sind keine Punkte zu holen», musste Klubpräsident Roger Küng konstatieren. Doch Trainer David Zellweger, ein Ur-Stäfner, der zu Saisonbeginn mit der Devise «zurück zum Dorfverein» die junge Mannschaft übernommen hatte, blieb letztlich machtlos gegenüber der unkonstanten Einsatzbereitschaft der Spieler.
Schweren Herzens stellte Küng den Trainer im Mai frei und ersetzte ihn für den Rest der Saison durch Interimstrainer Kevin Streule. Es folgten total zwei Siege, fünf Niederlagen und ein Remis. Das reichte sehr knapp nicht: In der Endabrechnung entschied die Strafpunkteregelung (mit 80:82) für Effretikon und gegen Stäfa. Drei von seinen 82 Strafpunkten kassierte Stäfa in der 90. Minute des letzten Spiels (1:2 gegen Dübendorf) wegen eines Strafraum-Hands von Shaip Krasniqi. Dieser wird Stäfa nächste Saison als Trainer führen und selber nicht mehr spielen. Sein Auftrag von der Klubleitung lautet: umgehender Wiederaufstieg in die 2. Liga. Das Team soll punktuell verstärkt werden, es stehen aber noch keine Zuzüge und auch keine Abgänge fest. Wädenswil im freien Fall
Ähnlich wie die Situation in Stäfa ist jene beim FC Wädenswil. Auch dessen Fanionteam wurde innerhalb zweier Saisons von der 2. Liga interregional in die 3. Liga durchgereicht. Und wie Stäfa II steigen auch die Wädenswiler Reserven in die 4. Liga ab. Die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit war riesig: Als Saisonziel hatte der FCW für seine erste Mannschaft einen Platz unter den Top 3 angegeben. Letztlich wurde Wädenswil abgeschlagener Letzter.
Der Absturz kündigte sich früh an. Der Substanzverlust im Sommer 2009 war gross. Aufgefüllt wurde das Kader vor allem durch Spieler der 2. Mannschaft und Junioren. So war das Team von Beginn an auf verlorenem Posten. Auf den ersten Saisonsieg mussten die Wädenswiler bis Ende Oktober warten. Trainer Urs Fritschi war da bereits entlassen. Auf ihn folgten zwei Kurzlösungen: Zuerst übernahmen Captain Philipp Strickler und Sportchef Erwin Fischer das Ruder, dann das Duo Daniel Tellenbach / Pascal Grisoni. Schliesslich wurde Severino Mentasti die (fast aussichtslose) Aufgabe übertragen, den Abstieg zu verhindern. Der als guter Motivator bekannte Trainer konnte das sinkende Schiff aber nicht mehr retten. Es fehlte schlicht an Klasse und Konstanz.
Als Konsequenz strebt der Verein nun einen Neuanfang an. Ziel ist, Talente aus der guten Nachwuchsförderung ins Fanionteam einzubauen und mittelfristig zu einem Aufstiegskandidaten zu reifen. Als Trainer begleiten wird diesen Prozess der ehemalige FCZ-Stürmer Ursal Yasar. Horgen mit einigen Defiziten
Mehr als unspektakulär beendete der FC Horgen unter Spielertrainer André Gafner die Saison 2009/10 - Rang neun ist wenig berauschend. Zuletzt war die Luft bei den Linksufrigen draussen: Die drei letzten Partien gingen allesamt verloren, und so wurde ein bessere Platzierung noch fahrlässig abgegeben. Dabei zeigte sich vor allem die Horgner Defensivabteilung als anfällig: 13 Gegentore gabs in den letzten drei Runden! Sogar gegen Absteiger FC Wädenswil musste Keeper Koch viermal hinter sich greifen!
Neben Schwächen in der Defen- sive muss sich der Seeklub aber auch in der Offensivabteilung verstärken - mangelnde Chancenauswertung verhinderte mehrmals ein Erfolgserlebnis. Für Trainer Gafner - er bleibt eine weitere Spielzeit am linken Ufer - sind deshalb die Zielsetzungen für die neue Spielzeit klar: «Wir müssen hinten wie vorne besser arbeiten.» Für den Traditions-klub am linken Ufer muss es schon das Ziel sein, sich wieder an der Spitze etablieren zu können. Mit einem Tabellenplatz im hinteren Drittel ist im FC Horgen keiner zufrieden. Konstantes Kilchberg-Rüschlikon
Im 3. Rang klassierte sich der FC Kilchberg-Rüschlikon vor zwei Jahren. Vor einem Jahr war man Vierter. Die Saison 2009/10 schliesst der FCKR als Gruppenfünfter ab. Die Schlussresultate zeigen so einen leichten Abwärtstrend, aber auch viel Konstanz. Diese ist nicht selbstverständlich: Trainer Peter Traber musste mit einer Mannschaft in die Saison steigen, aus der einige langjährige Stammspieler zurückgetreten waren. Sie startete aber gut, und nach einem Zwischentief im Oktober (8. Platz) bekam der Trainer den Trend rechtzeitig wieder in den Griff. Man überwinterte als 6. und hielt sich - trotz zwei weiteren Abgängen Mitte Saison - sicher im Mittelfeld.
Jetzt hat Traber nach drei Saisons als FCKR-Trainer aufgehört, um mehr Zeit für die Familie zu haben. Dass für die Nachfolge auch FCKR-Verteidiger Marc Brechot ein Bewerbungsdossier einreichte, überraschte die Klubführung um Präsident Donat Grimm. Sie entschied sich letztlich für den 27-Jäh-rigen aus dem eigenen Verein. Dafür muss sie ihn jetzt auf dem Feld ersetzen. Abgänge verzeichnet der FCKR keine, auch Gruppen-Torschützenkönig Sergio Borrego (Liste zu finden auf http://www.fckr.ch/news ) bleibt. Je nach Gruppeneinteilung erwartet der Klubpräsident für nächste Saison einen Platz unter den ersten drei bis sechs. Siebnen will weiter oben sein
Nicht ohne Zittern überstand der SC Siebnen die Meisterschaft 2009/10. Ein zehnter Rang schaute am Schluss heraus, die Abstiegsgefahr war erst nach der viertletzten Runde definitiv vorbei. Trainer Rolf Diethelm stellte schon Anfang Mai seinen Job zur Verfügung. Pasquale Nigro, der Vorgänger Diethelms, stand bereits auch als sein Nachfolger fest und sagte zu, das Team schon Mitte Mai zu übernehmen statt wie ursprünglich geplant zum Saisonwechsel.
Für SC-Siebnen-Präsident Giuseppe Ferramosca sind die vielen Ausfälle wegen Verletzungen und Studienabschlüssen eine Hauptursache dafür, dass nicht mehr Punkte geholt wurden. Im Sommer dürfte das besser sein, darum gibt Ferramosca einen Platz im vorderen Drittel als Ziel an. Stolz ist er darauf, dass Siebnen von den eigenen Spielern lebt und in der Meisterschaft mit Erfolg B-Junioren einsetzen konnte. Wenn er sieht, wie junge Spieler selbst von seiten von 3.-Liga-Klubs mit Geld gelockt werden, kommentiert er das mit einem Kraftausdruck. (uk/su/ph) |