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Schule im Umbruch
 
10 BEITRÄGE BISHER ZU DIESEM THEMA.  
   
VERFASSER ERSTELLT AM:
10.06.10
Verena Bühler, Wädenswil 31.05.10
Gerhard Gucher, Uetikon am See 20.05.10
Raymond Kind, Küsnacht 20.05.10
Johannes Zollinger 10.04.10
René Albertin 09.04.10
Martin Kelterbrorn 06.04.10
Clarita Kunz 26.03.10
Isabelle Sterchi Pelizzari, Zürich 01.03.10
Redaktion ZSZ 19.02.10
 

Thema: RE: Schule im Umbruch
Von:
Am: 10. Juni 2010
Text Zum Artikel »Autonomes Lernen« in der ZSZ vom 5.6.2010

Autonomes Lernen ist seit Jahrzehnten an über zweihundert Schulen auf der ganzen Welt ein zentraler Bestandteil sogenannter demokratischer Schulen. Demokratische Schulen sind Schulen, welche gemeinsam mit den Kindern in einem basisdemokratischen Zusammenleben über Abläufe der Schule entscheiden. Autonomes Lernen ist dabei ein ganz wichtiger Bestandteil dieses Konzeptes, welcher den Kindern Entscheidungsfreiheiten zugesteht, was ihren Lernbereich angeht. Es gibt diesbezüglich also einen riesigen Erfahrungsschatz mit dieser Lernform und zur Frage was funktioniert und was nicht. Bevor über diese Frage kompetent geurteilt werden kann, ist es jedoch wichtig gewisse Dinge auseinander zu halten:

Autonomes Lernen impliziert, dass KInder und Jugendliche selbstständig lernen und damit Verantwortung für sich übernehmen, respektive von den Lehrpersonen Freiheit zugestanden bekommen. Es wäre unklug vorschnelle Rückschlüsse über diese Lernform zu ziehen, wenn Kinder an Schulen über fünf, sechs Jahre lehrerzentriert und dann über drei Wochen autonom lernen.

Es ist naheliegend, dass viele Schülerinnen und Schüler mit dem Wechsel von jahrelanger Fremdbestimmung zu Selbstbestimmung Mühe haben. Die Erfahrung an demokratischen Schule zeigt, dass Kinder oft Monate, manchmal sogar Jahre Zeit benötigen, um mit einem solchen Systemwechsel umgehen zu können. Dabei gibt es immer zuerst eine Phase, in der die Kinder die neue Freiheit selbstbestimmt zu lernen so verstehen, dass sie nichts oder sehr wenig lernen. Dies ist an und für sich verständlich, benötigt allerdings von den Lehrkräften Wissen und Erfahrung, um mit diesem Phänomen umgehen zu können und von den Eltern Geduld bis der natürliche Lerntrieb wieder einzusetzen beginnt.

Dass es Kinder und Jugendliche gibt, welche mit dieser für sie neuen Lernform trotzdem umgehen können, zeigt, dass es jedoch noch ganz andere Faktoren gibt, welche massgebend sind für das Übernehmen von Eigenverantwortung und Selbstständigkeit. Ein zentraler Faktor ist eine geglückte Sozialisierung der Kinder. Denn nur Kinder, welche gelernt haben für ihr Verhalten, für ihre Selbststeuerung Eigenverantwortung zu übernehmen, werden in der Lage sein dies auch im Lernbereich zu tun. Eine ganz entscheidende Phase in der Entwicklung der Sozialisation erfolgt im Alter von zwei bis vier Jahren. Dann lernen die kleinen selbstbewussten »Könige« und »Prinzessinnen«, dass es da auch noch andere Menschen gibt, die eigene Bedürfnisse haben, welche mit den ihren kollidieren. Diese Erfahrungen lehren sie auf natürliche Weise, sich manchmal unterzuordnen oder Frust auszuhalten. Diese Qualitäten werden heute leider in einem immer grösseren Masse in den Familien nicht mehr gelebt, so dass das Phänomen des Narzissmus bei Kindern und Jugendlichen sehr häufig zu sehen ist. Solche Kinder werden in jedem Schulsystem ihre Mühe mit Selbstdisziplin und Eigenverantwortung haben. Was dies mit autonomem Lernen zu tun hat? Zum Beispiel in einem Klassenraum auf andere Lernende Rücksicht zu nehmen oder Frust auszuhalten, wenn etwas nicht sofort geht und ein Kind kurz auf die Lehrperson warten muss oder nicht von anderen erwarten, dass sie die Verantwortung für ihr Handeln oder Lernen tragen.

Wichtig ist auch der Punkt, ob wir von autonomem oder teilautonomem Lernen sprechen. Wird den Kindern wirklich zugestanden zu lernen was sie interessiert und wo zu sie reif sind? Oder gibt es lediglich eine Pseudofreiheit nach dem Motto: Du bist frei zu wählen was du willst, entweder einen Aufsatz schreiben oder fünf Rechtschreibblätter lösen. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass diese Frage eine grosse Bedeutung für die Eigenmotivation und auch für diszipliniertes Verhalten spielt.

Zum Schluss ein oft gehörtes Missverständnis: Können denn Kinder nun einfach tun was sie wollen? Autonomes Lernen bedeutet nicht autonomes Handeln in allen Bereichen. Es ist wichtig den Lernbereich und den Sozialbereich zu unterscheiden. Der Lernbereich ist etwas Persönliches. Das heisst, es tut niemandem weh, wenn ein Kind zeichnet oder rechnet und ein anderes liest oder tanzt. Hingegen betrifft es die ganze Schulgemeinschaft, wenn ein Kind sich rücksichtslos verhält. Autonomes Lernen muss also möglichst grosse Freiheiten im Lernbereich und klare Vereinbarungen und Grenzen im Sozialbereich bedeuten.

In der Schweiz haben sich vor einem Jahr sechs Schulen zum Schweizerischen Netzwerk demokratischer Schulen zusammen getan und sich dem europäischen Netzwerk EUDEC angeschlossen. All diese Schulen haben eine grosse Erfahrung in autonomem Lernen und ein internationales Netzwerk im Hintergrund.

Daniel Hunziker Präsident EUDEC-Schweiz, Wädenswil

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Thema: RE: Schule im Umbruch
Von: Verena Bühler, Wädenswil
Am: 31. Mai 2010
Text Zum Artikel "Unterrichtsform sanft anpassen" (Autonomes Lernen Teil 2):

Die Behauptung von Frido Koch, „dass selbst gesteuertes Lernen einen höheren Lerngewinn bringt als klassischer Frontalunterricht ist empirisch belegt“ darf nicht unwidersprochen bleiben. Erfahrungen mit selbstorganisiertem Lernen (SOL) über längere Perioden, z.B. an Gymnasien, haben nämlich genau das Gegenteil gezeigt. Zwar lernen motivierte Schüler mehr Selbständigkeit beim Organisieren ihrer Lernprozesse, doch die für viele ernüchternde Erkenntnis ist, dass der Lerngewinn insgesamt geringer ist, als wenn eine Lehrperson den Stoff aufbereitet und vermittelt.

Obwohl im Artikel gesagt wird, dass Unterricht methodisch vielfältig sein sollte, wird doch einmal mehr eine Methode über alle anderen gestellt und in einem ausschliesslich positiven Licht präsentiert. Will man etwas über die Nachteile erfahren, muss man die Schüleraussagen lesen: zwei von vier Jugendlichen monieren, dass es zu laut ist während des Lernens. Dies überrascht nicht, bei 60 (!) Personen in einem Raum und Lehrpersonen, die ständig herumlaufen und individuell erklären müssen. Ausserdem sind Schüler soziale Wesen, und wenn sie nicht über den Stoff miteinander in Kontakt treten können, werden sie es anders anstellen: „Schade ist, dass die Lehrer vor allem die Jungs oft nicht unter Kontrolle haben,“ sagt eine Schülerin.

Die Konzentrationsfähigkeit fördern die neuen Lernmethoden, bei denen ständig mehrere Dinge nebeneinander ablaufen und die Schüler ablenken, jedenfalls nicht. Der zweite Nachteil wird ebenfalls von den Schülern angesprochen: unmotivierte, faule Schüler müssen sich noch weniger gestört fühlen beim SOL als bei anderen Unterrichtsformen.

Für mich ist die Vorstellung absurd, dass man in die Schule geht, mit 20 oder gar 60 Leuten in einem Raum sitzt, und dann an seinem individuell abgestimmten Material arbeitet. Seit mindestens 2500 Jahren, seit Platons Akademie jedenfalls, trifft man sich in Schulen um im Austausch mit Mitschülern und unter Anleitung eines Meisters seines Faches zu lernen. Was für eine Verarmung, wenn man sich bald nur noch von einem „Lernbegleiter“ im individuellen Rhythmus dem eigenen Niveau angepasste Arbeits- und Lösungsblätter geben lassen kann. Durch solche Methoden wird eine Generation von Einzelkämpfern herangezogen, die sich daran gewöhnen wird, dass die Gruppe und später die Gesellschaft, jederzeit auf ihre individuellen Bedürfnisse eingeht. Was ist das für eine Sozialisation?

Verena Bühler, Wädenswil

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Thema: RE: Schule im Umbruch
Von: Gerhard Gucher, Uetikon am See
Am: 20. Mai 2010
Text Es ist interessant zu sehen wie Leute aus anderen Gemeinden, welche keine Ahnung haben was abgeht, ihre ideologisch colorierten Meinungen kundtun. Ich kann Herrn Kind und allen anderen Lesern aus persönlicher Erfahrung versichern, dass das Uetiker-System nicht funktioniert. Es ist ja schon so, dass man von ETH Studenten erwarten soll, dass sie selber denken können. Bloss lernt man das nicht indem man in der Oberstufe (Sek) 3 Jahre lang (nichts) tun kann wie man will. Anderslautende Berichte gehören in die Rubrik Propaganda. Arbeitshaltung und Denken lernt man in erster Linie durch Arbeiten und Denken. Das System fordert und fördert beides nicht. Ich habe auch sonst nichts entdeckt das es fördern würde. Die Erfahrung aus meinem Bekanntenkreis ist, dass das System für pubertierende Jugendliche komplett ungeeignet ist. Es ist ein Skandal was sich die Leitung der Oberstufe erlaubt. Solange die meisten Uetiker es immer noch mit Max Frisch's "Biedermeier und die Brandstifter" halten wird nichts passieren. Der Dachstock brennt schon lange, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Ganz getreu den 3 berühmten Affen. Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Mein älterer Sohn geht jedenfalls nicht mehr in Uetikon in die Oberstufe und der jüngere wird es definitiv auch nicht tun. Der Ältere ist mir jetzt schon dankbar. Er konnte sich die Lehrstelle aussuchen.

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Thema: RE: Schule im Umbruch
Von: Raymond Kind, Küsnacht
Am: 20. Mai 2010
Text Kreativität fördern statt ersticken

Zu „Alle schauen auf die radikalen Uetiker“ (Ausgabe vom 17. Mai)

Ich habe mich über diesen Bericht ehrlich gefreut. Endlich geht eine Schule in die richtige Richtung und setzt unserer Leistungsgesellschaft etwas entgegen, das diese offensichtlich aus der Fassung bringt. Anders ist die heftige Reaktion von Herrn André Nann (ZSZ 19. Mai) nicht zu verstehen. Ein Ausbildungssystem, das nicht auf Druck, Manipulation, Selektion und Ausgrenzung basiert, kann seiner Meinung nach nicht funktionieren. Ein Erfolg dieses Systems würde wahrscheinlich sein sakrosanktes Weltbild gefährden „und daraus schliesst er messerscharf, dass nicht sein kann was nicht darf.“

Hier prallen also zwei Überzeugungen aufeinander, was an sich nicht schlimm wäre, wenn nicht die konservative Seite vehement alles versuchen würde, um die Beweisführung im Experiment an den öffentlichen Schulen zu verhindern. Dabei haben im privaten Sektor die Steiner Schulen längst bewiesen, dass diese „radikale“ Unterrichtsform funktioniert, obschon auch dort noch Anpassungen wünschenswert wären. Die konservative Seite lebt in der Illusion, Lernen sei gleichbedeutend mit speichern von möglichst viel Wissen und möglichst vielen Rezepten für alle Lebenslagen. Unsere Gesellschaft lechzt nach Rezepten, denn das Befolgen von Rezepten entbindet sie der Verantwortung für ihr Tun.

Als Dozent für Physik an der ETHZ hatte ich immer Mühe mit der Tatsache, dass die Studenten lieber Rezepte für die Lösung aller Probleme wollten, statt selbst zu denken und die Lösung zu erarbeiten. Aber das Speichern von Wissen und Rezepten kann jeder Computer besser, nur denken kann er nicht. Also warum sollen die Schüler nicht selbständig und unabhängig denken lernen?

Dies ist ja eine der erfreulichen Folgen des Uetiker Modells. Hat man Angst sie eignen sich dann weniger als manipulierbare Konsumsklaven? Das alte System hat solche in grossem Masse hervorgebracht und zudem die Kreativität der Schüler nachhaltig erstickt. Was für ein trauriges Leben, sich dauernd mechanisch nach Rezepten zu richten und dem nachzujagen, was unsere Gesellschaft mit ihren Evaluationen, ihrem Controlling und Ranking als Erfolg bezeichnet. Herr André Nann empfehle ich die Lektüre des Artikels „Unternehmen Universität“ in der NZZ vom 19. Mai 2010. Die renommierte Betriebswissenschafterin Prof. Margit Osterloh beschreibt darin sehr deutlich die negativen Auswüchse von Controlling und Ranking an den Universitäten.

Raymond Kind, Küsnacht

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Thema: RE: Schule im Umbruch
Von: Johannes Zollinger
Am: 10. April 2010
Text Die Grundgedanke der Integration ist gut. Aber als Sparübung ist sie absolut nicht geeignet. Stellt man den Schulen die notwendigen Ressourcen nicht zur Verfügung scheitert die integrative Förderung.Zum Gelingen braucht es kleinere Klassen und mehr personelle Ressourcen.

Unsere Kinder müssen zwar stärkenorientiert gefördert werden, aber sie müssen ebenso sehr lernen, mit Ihren Schwächen zu leben und physische und psychische Grenzen zu akzeptieren. Spätestens nach der Schule werden sie feststellen, dass nicht überall die geeigneten Stütz- und Fördermassnahmen angeboten werden. Sie werden im Leben immer wieder feststellen, dass auf der Spitze der Pyramide nicht alle Platz haben. Sie werden aber vielleicht auch mit Freude und Genugtuung erkennen, dass die tragenden Teile eines Ganzen eben eher in der unteren Hälfte zu finden sind.

Von der integrativen Förderung erwarten wir nicht, dass sie alle Kinder zu genial funktionierenden, global-wirtschaftstauglich zertifizierten Einheitsmenschen macht. Sie soll aber dazu beitragen, dass die Starken lernen, auf die Schwachen Rücksicht zu nehmen und dass die Schwachen motiviert werden, ihre Stärken zu entdecken.

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Thema: RE: Schule im Umbruch
Von: René Albertin
Am: 09. April 2010
Text Ich beziehe mich auf den Artikel vom 8. April ("Integration klappt nicht bei jedem").

Die optimale Förderung aller Schulkinder, wenn immer sinnvoll im Rahmen der Regelschule, ist wohl unbestritten. Es ist aber ein Trugschluss zu meinen, dass dadurch Kleinklassen und Sonderschulen weggespart werden könnten. Das Gegenteil ist der Fall: Seit im Kt. Zürich in den 80er-Jahren die Integrative Förderung (IF) eingeführt wurde, hat die Zahl der sonderpädagogisch betreuten Kinder stark zugenommen, ohne dass deswegen Kleinklassen und Sonderschulen einen Rückgang hätten verzeichnen konnten. Wenn also heute mehr Mittel der Regelschule zur Verfügung gestellt werden, so ist das grundsätzlich positiv, damit wird jedoch die Sonderschule nicht entlastet. Im Gegenteil: Seit der forcierten Integration der letzten Jahre und dem Abbau der Kleinklassen im Kanton Zürich, können sich die Sonderschulen kaum mehr der vielen Anmeldungen erwehren!

Der Kanton Zürich musste in der Not die zur Verfügung stehenden Plätze einfrieren. Entsprechend wachsen nun die Zahlen im Einzelunterricht, in Timeouts, in Privatschulen, etc. In dieser Situation zu behaupten, das Angebot der Sonderschulen sei Schuld an der steigenden Nachfrage ist schon fast zynisch. Der Kanton Schwyz operiert sinnvoller und erfolgsversprechender. Er gesteht den Gemeinden zu, einen angepassten und massvollen Weg zu wählen.

René Albertin Präsident VLZS (Vereinigung der Leitungen Zürcher Schulheime)

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Thema: RE: Schule im Umbruch
Von: Martin Kelterbrorn
Am: 06. April 2010
Text Dem Leserbrief von Frau Kunz, Herrliberg, zugunsten der Initiative „Ja zur freien Schulwahl ab der 4. Klasse“ muss mit aller Klarheit widersprochen werden.

Die Initiative will ua. die Mitfinanzierung von Privatschulen durch den Steuerzahler erwirken. Die finanzielle Berechung dazu ist meiner Meinung nach etwas abenteuerlich.

Tatsache ist und bleibt, dass der Volksschule bei einer Finanzierung von Privatschulen sicher weniger Steuergeld zur Verfügung steht. Das ist eine falsche Politik.

Was brauchen wir? Wir brauchen eine starke und leistungsbejahende Volksschule, die nicht durch den Abfluss von finanziellen Mitteln in Privatschulen geschwächt wird.

Wir brauchen eine starke Volksschule, die so gut ist, dass die Eltern nicht das Gefühl haben, die Kinder in Privatschulen schicken zu müssen. Wir brauchen eine starke Volksschule, die den Qualitätsvergleich mit Privatschulen nicht scheuen müssen. Wir brauchen eine qualitativ hoch stehende und lebendige Volksschule, in der unsere Kinder zu selbstbewussten und selbständigen Menschen heranwachsen können. Für dieses Ziel müssen wir unsere Ressourcen einsetzen und nicht für die Finanzierung von Privatschulen. Die Volksschule in den pädagogischen Wettbewerb mit von Steuergelder mitfinanzierten Privatschulen zu schicken bringt nicht mehr Qualität. Es bringt höchstens eine ineffiziente Parallel-Struktur.

Wer seine Kinder in Privatschulen unterrichten lassen will, der soll das selbstverständlich tun dürfen. Wir leben in einem liberalen Staat. Die Kosten müssen dann aber ebenso selbstverständlich selber getragen werden.

Martin Kelterborn, Elternrat KBS

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Thema: RE: Schule im Umbruch
Von: Clarita Kunz
Am: 26. März 2010
Text Zum Artikel "Statt Separation setzen viele Schulen auf Integration":

Das Zauberwort sollte weder Integration noch Separation heissen, es sollte durch den Begriff "Integration, im Bedarfsfall Separation" ersetzt werden.

Für Luca aus dem Beitrag "Sonderpädagogik 1" ist die Integration sicher angebracht. Die Situation in einer Kleinklasse, in welcher Kinder mit verschiedenen psychischen, geistigen und körperlichen Behinderungen unterrichtet werden, kann so schwierig sein, dass einzelne Kinder nicht lernen können oder leiden. Umgekehrt gibt es viele Kinder, für welche einige Stunden sonderpädagogische Hilfe pro Woche in der Normalklasse viel zu wenig sind. Diese sind mit der integrativen Schulung überfordert und können in der Kleinklasse besser gefördert werden. Deshalb ist es verständlich und richtig, dass viele Schulgemeinden beides anbieten. Beinahe jedes zweite Schulkind muss sonderpädagogische Hilfe in Anspruch nehmen und immer mehr erhalten Ritalin verschrieben (Zunahme jedes Jahr 500 Prozent), Tendenz steigend. Das ist beunruhigend und kostet immer mehr. Staatliche oder private Schulen, welche spezielle pädagogische Konzepte anbieten, wie beispielsweise individualisiertes Lernen, Lernen in durchmischten Altersgruppen oder solche, wo die Übertrittsprüfung ins Gymnasium erst nach der 8.Klasse erfolgt, haben immer mehr Zulauf.

Eine andere Schule für ihr Kind wählen können aber nur jene Eltern, die das auch bezahlen können. Das ist ungerecht. Deshalb sammelt die "Elternlobby Zürich" zurzeit im Kanton Zürich Unterschriften für eine Initiative mit dem Titel "JA! Freie Schulwahl für alle ab der 4.Klasse". Die Initiative schlägt vor, dass die Wohngemeinde allen Eltern, welche ihr(e)Kind(er) in einer anderen Gemeinde oder in einer privaten Schule unterrichten lassen wollen, jene Pauschale in der Höhe des Betrags zur Verfügung stellt, welche das Kind in der Volkschule auch kosten würde. Dies unter den Bedingungen, dass die gewählte Schule:

1. von der Bildungsdirektion genehmigt ist und dieselben Lehrziele erreicht, wie sie von der Volksschule gefordert werden. 2. nicht noch zusätzliches Schulgeld verlangen dürfen. 3. wie die staatlichen Schulen offen ist für alle Kinder.

Dies würde zu einem fairen pädagogischen Wettbewerb, zu mehr Zufriedenheit bei den Eltern, Kindern und Lehrern und damit auch zu mehr Effizienz im Bildungswesen führen.

Clarita Kunz, Heilpädagogin, Mitglied "Elternlobby Zürich", Herrliberg

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Thema: RE: Schule im Umbruch
Von: Isabelle Sterchi Pelizzari, Zürich
Am: 01. März 2010
Text Als Eltern einer Grundstufen-Schülerin im Seefeld, Zürich, können wir nur Positives über die Grundstufe berichten. Unsere Tochter wird ihrem Entwicklungsstand entsprechend gefordert und gefördert, dort abgeholt, wo sie gerade steht und bis ans Ziel intensiv begleitet. Erstaunt und positiv überrascht haben uns auch die vielseitigen Methoden, die von Lehrerschaft angewendet werden, sowie die eingesetzten Lehrmittel, mit denen ein Kind mit allen Sinnen spielerisch und leicht lernt. Wir sind überzeugt, der Übertritt in die zweite Klasse im Sommer wird ein voller Erfolg, und glücklicherweise gibt es im Schulhaus Mühlebach, Zürich, in der ganzen Primarschule Mehrjahrgangsklassen!

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Thema: Schule im Umbruch
Von: Redaktion ZSZ
Am: 19. Februar 2010
Text So stark und so schnell verändert wurde die Volksschule in der Schweiz noch nie. Eine neue Grundstufe soll Kindergarten und Erstklässler zusammenlegen. Gleichzeitig wird die heu­tige Struktur der Sekundarschule hinterfragt. Gesellschaftliche Forderungen wie die Einrichtung von Tagesschulen oder die Integration fremdsprachiger Kinder bescheren der Schule ebenfalls neue Aufgaben.

Was halten Sie von der "Reformitis" im Schulbereich? Sind die Veränderungen nötig oder handelt es sich um pädagogische Experimente? Diskutieren Sie mit!

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