Ausgesteckte Fackeln am Wegrand, ungezähmtes Schneegestöber, Wind und eine Temperatur um den Gefrierpunkt: Am frühen Donnerstagmorgen macht sich auf der Forch Weihnachtsstimmung breit. Doch was hier stattfindet, ist kein Freudenfest. Zum fünften Jahrestag der ersten Südanflüge treffen sich die Fluglärmgegner vom Pfannenstiel, die selbsternannten «Schneiser», pünktlich um 5.55 Uhr beim Forch-Denkmal. Die Freude der Organisatoren ist gross, als sich eine lange Menschenkolonne durch den schienbeintiefen Neuschnee zielstrebig bergwärts kämpft. Viele tragen Lampions mit sich, was das Szenario in eine fast gespenstische Stimmung taucht. Schliesslich versammeln sich rund 150 Schneiser am Fuss des Denkmals, um sich mit schneebedeckten Kappen, Kapuzen und Schirmen die Reden der Initianten anzuhören. Unter den Frühaufstehern sind Thomas Morf, Präsident des Vereins «Flugschneise Süd - Nein» (VFSN), Nationalrat Filippo Leutenegger und der grün- liberale Kantonsrat Thomas Maier. Auch die Gemeindepräsidenten Max Baumgartner aus Küsnacht und Hermann Zangger aus Zumikon sind zu so früher Stunde am Ort des Geschehens. Sie alle äussern ihre Freude über das zahlreiche Erscheinen und über die Solidarität unter den Gegnern der Südanflüge, die offenbar auch durch widrigste Wetterumstände nicht zu erschüttern ist. «Schneiser sind härti Chäibe», betont Thomas Morf mit Überzeugung. Der Unmut ist gewachsen Die Reden von Thomas Morf, Filippo Leutenegger und Thomas Maier vermitteln eine einheitliche und unmissverständliche Botschaft: Der Unmut und der Verdruss über das Agieren der Behörden im Zusammenhang mit den Südanflügen ist unter den Schneisern so gross wie noch nie. Das zeigt sich besonders deutlich, als das Dröhnen der ersten Maschinen über die Forch hinwegschallt. Als Zeichen des Widerstandes wird mit einer Lampe zum Himmel geleuchtet. «Die Beschwerden tausender Bürger sind unbeantwortet geblieben. Unser Glaube an den Rechtsstaat existiert nicht mehr», empört sich Thomas Morf. Die Erwähnung von Moritz Leuenberger wird mit lauten Buh-Rufen quittiert und macht die Wut der Schneiser auf den Bundesrat deutlich. Auch die Flughafenbetreiberin Unique und die Lufthansa werden mit scharfen Worten kritisiert, der Profitgier und Gesetzesmissachtung angeklagt. In einem Punkt wird der Konsens aller Anwesenden besonders deutlich: Die Gegner der Südanflüge geben nicht auf. Sie kämpfen mit aller Hartnäckigkeit weiter, um ihre beiden Hauptziele zu erreichen. Nämlich die Südanflüge per sofort zu stoppen und den gekröpften Nordanflug einzuführen. Und sie sind überzeugt, dass sie es schaffen werden - auch wenn es weitere fünf Jahre dauert. |