«Zürisee für alli» ist das Motto der gestern offiziell lancierten Volksinitiative, die auf Zürcher Kantonsgebiet einen durchgehenden Fussweg direkt am Ufer fordert («ZSZ» vom 26. März). «Der See gehört nicht nur einigen wenigen privilegierten Seeufer-Villenbesitzern», argumentieren die Initianten. Die kantonale Initiative lanciert haben die SP-Bezirksparteien Horgen und Meilen sowie die Zürcher SP-Sektionen aus Stadtkreisen mit Seeanstoss. An forderster Front dabei sind die Kantonsräte Peter Schulthess aus Stäfa und Julia Gerber Rüegg aus Wädenswil. Damit das Volk über das Anliegen abstimmen kann, müssen bis Mitte Dezember 6000 Unterschriften gesammelt werden.
Geht es nach dem Willen der Initianten, wird der Uferweg im Strassengesetz festgeschrieben. Der Weg würde somit aus dem gleichen Fonds finanziert wie alle Staatsstrassen. Die Initianten argumentieren, der überregionale Weg sei wie das übergeordnete Strassennetz und das übergeordnete Velowegnetz von kantonaler Bedeutung. Zudem liege das Geld für einen Uferweg bereit: «Der Strassenfonds weist schon heute beachtliche Mittel aus und wird in den kommenden Jahren noch mehr Geldzufluss verzeichnen.»
Keinen Pardon mit Seeanrainern Der Fussweg soll möglichst direkt am Wasser entlangführen. Ausnahmen sieht die Initiative nur an Stellen vor, an denen Flora und Fauna geschützt werden sollen. Abschnittweise könnte der Weg dort vom Ufer abgesetzt oder über Stege geführt werden. Keinen Pardon kennen die Sozialdemokraten hingegen mit den Seeanstössern: Auf Konzessionsland - 95 Prozent der gesamten Uferlinie - soll der Weg ohne grosse Entschädigungen realisiert werden. Die Initianten sind der Meinung, dass das im 19. Jahrhundert aufgeschüttete Land kein Privatbesitz ist, sondern der Allgemeinheit gehört.
Um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, planen die Initianten eine Reihe von Aktionen. Zum Auftakt organisieren sie einen Zeichnungs-Wettbewerb für Kinder. Am 21. August findet eine Stafette durch alle Zürcher Seeufergemeinden statt.
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