Gestern demonstrierten auf der Forch rund 200 Südschneiser anlässlich des 6. Jahrestages der Südanflüge. Just an diesem Tag wurde bekannt, dass die Schweiz nun endlich eine Möglichkeit sieht, die Fluglärm-Verhandlungen mit Deutschland voranzubringen. Grund für die Zuversicht ist der gestern vorgelegte, von beiden Seiten anerkannte Bericht über die Lärmbelastung beidseits des Rheins.
Die Studie zeigt, dass gemäss deutscher Gesetzgebung im Landkreis Waldshut keine einzige Person von unzumutbarem Fluglärm betroffen ist, während es in der Schweiz 18 772 sind. Dasselbe gilt für touristische Übernachtungen. Die Luftkurorte im Südschwarzwald, so machen deutsche Politiker immer wieder geltend, seien massiv vom Lärm betroffen.
In Bern ist man überzeugt, mit der neuen Datengrundlage die einseitigen deutschen Luftraumbeschränkungen angreifen zu können. Verkehrsminister Moritz Leuenberger meinte gegenüber Radio 24: «Es gibt keine massgebliche Lärmbelastung in Deutschland. Gestützt auf diese Analyse, stehen uns jetzt ganz andere Argumente zur Verfügung.»
Thomas Morf, Präsident des Vereins Flugschneise Süd - Nein, bleibt allerdings skeptisch. Sein Ärger über den Flughafen Zürich, der am Donnerstag die Einführung von Südstarts straight gefordert hat, ist nach wie vor gross - so gross, dass er sagt: «Das Problem ist nicht Deutschland, das Problem ist der grössenwahnsinnige Flughafen, der unbedingt eine Drehscheibe für den Weltluftverkehr sein will und einen Kapazitätsausbau anstrebt.» (ost/asü)
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