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Seegeschichten
Zürichsee-Zeitung Linkes Ufer / Dienstag, 27. Oktober 2009
 
Definitives Aus für den Frühkurs
«Gipfelischiff» Bundesgericht weist Rekurs von Erlenbach, Küsnacht und Thalwil ab
 
Die Streichung des «Gipfelischiffes» aus dem ZVV-Fahrplan erfolge zu Recht, befand das Bundesgericht. Eine detaillierte Begründung steht noch aus.
Hans-Heiri Stapfer
 
 


Der unwiderrufliche Untergang des «Gipfelischiffes» steht fest: Am 21. Oktober hat das höchste Schweizer Gericht den Rekurs der Gemeinden Erlenbach, Küsnacht und Thalwil abgewiesen. Abgelehnt hat das Bundesgericht auch eine vorsorgliche Aufrechterhaltung der Fahrten. Damit ist der im unteren Seeteil verkehrende Frühkurs 6 endgültig aus dem Fahrplan des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) verbannt. Eine detaillierte Begründung des Bundesgerichts zu diesem Entscheid steht noch aus, er dürfte in rund einem Monat vorliegen. Mit grösster Wahrscheinlichkeit ist das Bundesgericht den Argumenten des ZVV gefolgt, welcher den Frühkurs 6 nicht zur Grundversorgung zählt. «Diese ist in den Gemeinden Erlenbach, Küsnacht und Thalwil durch die zahlreichen S-Bahnen und Busverbindungen mehr als gewährleistet», sagt ZVV-Sprecherin Beatrice Henes.


«Wir bedauern den Entscheid des Bundesgerichtes», sagt der Küsnachter Gemeindeschreiber Peter Wettstein, «denn das ?Gipfelischiff? stellte eine gute Alternative zu den überfüllten S-Bahnen dar.» Bereits Anfang März hatte der Zürcher Regierungsrat bekanntgegeben, das «Gipfelischiff» auf den laufenden Fahrplan hin zu streichen. Gegen diesen Entscheid haben die drei Gemeinden kurze Zeit später beim Bundesgericht in Lausanne Rekurs eingereicht.

Private Fahrten


Schon auf die Saison 2009 hin ist der während Jahren verkehrende Frühkurs 6 nicht mehr von der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft betrieben worden. Die «Aktion rechtsufriges Frühschiff» (Aruf) hat in der Folge das Oldtimer-Passagierschiff «Etzel» für rund ein Dutzend Sonderfahrten gechartert, welche zu den gleichen Abfahrtszeiten verkehrten wie der ehemalige Frühkurs 6. Rund 90 Personen pro Fahrt zählte die Aruf. Für deren Präsidenten René Naef ist darum das Bedürfnis eines Frühkurses zu Wasser unbestritten.


Die Aruf will nun mit Hilfe der Gemeinden über die Regionalen Verkehrskonferenzen eine Wiedereinführung des «Gipfelischiffes» in den ZVV-Fahrplan erwirken. Gleichzeitig werden im kommenden Jahr wiederum ein Dutzend Sonderfahrten mit der «Etzel» durchgeführt.


Der Frühkurs 6 - im Volksmund als «Gipfelischiff» bezeichnet - verkehrte über 40 Jahre lang zwischen den unteren Seegemeinden sowie dem Bürkliplatz. Anstelle des Frühkurses hat der ZVV eine zusätzliche kleine Rundfahrt am Abend eingeführt.

 
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