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Medaillenjäger im Aufwind
Mirco Zwahlen (vorne) vom LC Regensdorf läuft in St.Gallen souverän zu seinem dritten Schweizer Meistertitel über 1500 Meter in der Halle. Bild: Urs Siegwart
Leichtathletik. Mirco Zwahlen über 1500 m, Joelle Flück über 3000 m und Andreas Baumann über 60 m haben für die Unterländer Gold-, Silberund Bronzemedaille an den Schweizer Hallenmeisterschaften in St.?Gallen gesorgt.
Jörg Greb

Keine Überraschung stellte der Titel für Mirco Zwahlen dar. Bereits zum dritten Mal gewann das bald 30-jährige Mittelstreckenaushängeschild des LC Regens-dorf in der Halle auf seiner Paradestrecke. «Ich hatte klare Vorstellungen vom Rennen und habe diese umgesetzt», sagte er. Tatsächlich kontrollierte Zwahlen das Rennen, lief auf Abwarten hinter dem härtesten Konkurrenten Philipp Bandi her, übernahm dann aber 300 Meter vor dem Ziel resolut die Führung und steigerte von da an den Rhythmus. Als «Bestätigung meines Gefühls» sieht Zwahlen das Rennen. Sein Ziel für den Sommer ist die Qualifikation für die Europameisterschaften in Helsinki. Er geht es zuversichtlich an: «Ich bin besser unterwegs als vor einem Jahr, jetzt gilt es, gesund zu bleiben und zielorientiert weiterzuarbeiten.»

Flücks Umstieg und Premiere

Kaum ein Thema werden dürfte die EM-Teilnahme dagegen für Zwahlens Regensdorfer Clubkollegin Joelle Flück. Sie setzt sich vorderhand primär nationale Ziele. Nach drei Medaillengewinnen auf höchster nationaler Ebene im Sommer (jeweils über 800 m) reüssierte die LCR-Mittelstrecklerin nun erstmals mit dem Gewinn der Silbermedaille auch in der Halle. Doch das war nicht ihre einzige Premiere, wagte sich Flück doch erstmals an ein Rennen über 3000 Meter heran. Und das Resultat kam «richtig gut» heraus, wie die 25-Jährige festhielt. Dank ihrer Endschnelligkeit schloss sie auf den letzten 150 Metern die Lücke zur Titelverteidigerin Tamara Winkler und überspurtete die Tessinerin sicher. «Die Taktik ist aufgegangen», sagte Flück. Unterwegs hatte sie diesbezüglich etwas gehadert, als auf dem letzten Kilometer Valérie Lehmann von der Spitze wegzog und sie den Anschluss verpasste. Doch ihr 2. Platz hinter Lehmann und somit ihre zweite Silbermedaille an diesen Meisterschaften stimmte sie am Ende zufrieden. Flücks Start über die 3000-m-Distanz erfolgt nach einem besonderen Plan. Denn nicht mehr die 800, sondern die 1500 Meter sollen bei ihr im Sommer Priorität geniessen. Der Grund: Im Hinblick auf die Heim-EM 2014 in Zürich rechnet sie sich über die längere Mittelstrecke bessere Chancen aus.

Baumann glücklich über Bronze

Im 60-m-Sprint der Männer lief der Bülacher Andreas Baumann auf den 3. Rang. Der 38-Jährige vom LC Zürich erkannte die Überlegenheit von Sieger Reto Schenkel und des zweitplatzierten Steven Gugerli neidlos an. 14 respektive 12 Hundertstel liefen sie schneller als Baumann mit seinen 6,87 Sekunden. Mit seinem Ergebnis zeigte sich der Routinier sehr zufrieden. «Schenkel und Gugerli waren klar schneller, und mit Rolf Fongué war ja auch noch ein Titelanwärter mehr am Start.» Dieser schied aber wegen eines Fehlstarts im Final aus.

Die Bronzemedaille bedeutet Baumann einiges, blieb er doch im Vorjahr sowohl in der Halle als auch im Freien erstmals seit 2005 ohne Medaillengewinn. Nun sind die Weichen nach den Achillessehnenbeschwerden und dem Abriss des Wadenmuskels wieder in Richtung Topleistungen gestellt. Baumann arbeitet vermehrt mit Hürdensprinter Andreas Kundert zusammen. Mit ihm verreist er nun auch in diverse Trainingslager im Süden. «Ich will wieder auf Trab kommen und an meine besten Leistungen anknüpfen», sagt er.